Ethisches Investieren bedeutet, Anlagen nach persönlichen ethischen Leitlinien auszuwählen statt allein nach finanziellen Erwägungen. So können Anlegerinnen und Anleger ihr Portfolio an ihren moralischen Werten und Grundsätzen ausrichten. Die Einzelheiten unterscheiden sich je nach Überzeugung deutlich, doch der Kerngedanke ist stets, Unternehmen und Branchen zu unterstützen, die den eigenen ethischen Maßstäben entsprechen.
Der Begriff wird häufig gleichbedeutend mit sozial bewusstem Investieren verwendet, doch es gibt einen feinen Unterschied. Sozial bewusstes Investieren folgt in der Regel einem vorgegebenen Katalog von Kriterien, die dem Gemeinwohl dienen sollen, und ist dadurch recht einheitlich. Sozial verantwortliches Investieren ist dagegen persönlicher und auf die eigenen ethischen Grundsätze und Werte zugeschnitten. Diese Persönlichkeit führt zu einer großen Bandbreite an Anlageentscheidungen, in der sich die unterschiedlichen ethischen Anliegen der Anleger widerspiegeln.
Ethisches Investieren heißt, Ihr Geld mit Ihren Werten in Einklang zu bringen
Ethisches Investieren erlaubt Ihnen, mit Absicht anzulegen und Ihre finanziellen Entscheidungen an Ihren Überzeugungen und Werten auszurichten. Ob Ihnen Umwelt, Glaube oder Politik am Herzen liegen: Ihr Portfolio kann widerspiegeln, was Ihnen am wichtigsten ist.
Auf diesem Weg wählen Sie selbst, wohin Ihr Geld fließt, und meiden Unternehmen aus Branchen oder mit Praktiken, die Ihrem ethischen Kompass widersprechen. So können Sie etwa einen Bogen um sogenannte „Sündenaktien“ machen – Glücksspiel, Alkohol oder Waffen – oder gezielt Unternehmen suchen, die sich für ökologische Nachhaltigkeit oder soziale Gerechtigkeit einsetzen.
Denken Sie daran: Beim wertebasierten Investieren geht es nicht nur darum, was Sie ausschließen, sondern auch darum, was Sie unterstützen. Sie können Bereiche bevorzugen, die aktiv zum Guten beitragen: erneuerbare Energien, fairen Handel oder Unternehmen mit klarem Bekenntnis zu sozialer Verantwortung.
Wichtig ist: Sozial verantwortliches Investieren ist ein persönlicher Weg. Es gibt kein Rezept, das für alle passt, und was für die eine Person ethisch ist, muss es für die andere nicht sein. Entscheidend ist, die eigenen Werte zu bestimmen, gründlich zu recherchieren und sicherzustellen, dass die Anlagen wirklich zu den eigenen ethischen Grundsätzen passen. Das kann bedeuten, einzelne Unternehmen genau zu prüfen oder die Bestände von Index- und Investmentfonds sorgfältig zu durchleuchten.
Wer wertebasiert investiert, kann aktiv an einer besseren Welt mitwirken und dabei möglicherweise auch finanziell profitieren. Es ist ein starker Weg, das eigene Geld zu einer Kraft für das Gute zu machen und Unternehmen zu unterstützen, die Ihre Vorstellung von einer nachhaltigeren und gerechteren Zukunft teilen.
Eine Reise durch die Geschichte des ethischen Investierens: von der Religion zu modernen Werten
Ethisches Investieren ist kein neuer Gedanke; seine Wurzeln reichen tief in die Geschichte und sind oft mit religiösen Überzeugungen verflochten. Früh mieden gläubige Anleger Branchen, die den Grundsätzen ihres Glaubens widersprachen. So untersagten etwa die Quäker im Amerika des 18. Jahrhunderts jede Beteiligung am Sklavenhandel, während der Methodistengründer John Wesley gegen Anlagen in schädlichen Branchen predigte. Auch das
islamische Bankwesen meidet seit Langem Anlagen, die nach seinem Glauben als unethisch gelten.
Im 20. Jahrhundert traten gesellschaftliche Werte in den Vordergrund ethischer Anlageentscheidungen. Diese Anlagen spiegelten oft die politische und gesellschaftliche Stimmung ihrer Zeit. In den 1960er- und 70er-Jahren richteten ethische Anleger in den Vereinigten Staaten ihr Augenmerk auf Gleichberechtigung und Arbeitnehmerrechte und mieden jene, die am Vietnamkrieg verdienten.
In den 1990er-Jahren rückten Umweltfragen ins Zentrum, und ethische Anleger trennten sich von Unternehmen fossiler Brennstoffe und legten stattdessen in saubere Energie an. Dieser Fokus auf ökologische und gesellschaftliche Wirkung treibt das ethische Investieren bis heute an.
Wie legt man ethisch an?
Sie haben sich also entschieden, Ihre Anlagen an Ihren Werten auszurichten. Doch wie setzen Sie das um? Ethisches Investieren mag zunächst einschüchternd wirken, doch mit etwas Wissen und einer klaren Strategie ist es gut zu schaffen.
1. Bestimmen Sie Ihre ethischen Kriterien
Was ist Ihnen am wichtigsten? Ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit, Tierwohl oder etwas anderes? Nehmen Sie sich Zeit, über Ihre Überzeugungen nachzudenken und die Themen zu benennen, die Sie am tiefsten berühren.
2. Benennen Sie Bereiche, die Sie meiden wollen
Entscheiden Sie, welche Branchen oder Unternehmen Sie aus Ihrem Portfolio ausschließen möchten. Häufig ausgeschlossen werden Tabak, Alkohol, Glücksspiel, fossile Brennstoffe und Rüstung.
3. Setzen Sie klare Kriterien
Wenn Ihre Werte feststehen, gilt es, sie in handhabbare Anlagekriterien zu übersetzen. Welche Branchen oder Praktiken möchten Sie nicht unterstützen? Welche positive Wirkung sollen Ihre Anlagen entfalten? Legen Sie eine klare Liste an, was geht und was nicht, um Ihre Entscheidungen zu leiten.
4. Recherchieren
Nun setzen Sie den Detektivhut auf und graben tief in den Unternehmen, die Sie in Betracht ziehen. Achten Sie auf durchschaubare Berichte über ihre ökologische und gesellschaftliche Wirkung, prüfen Sie ihre Bilanz bei Skandalen und beurteilen Sie ihr Bekenntnis zu ethischer Unternehmensführung. Dafür gibt es viele Hilfen, darunter Bewertungsagenturen für Nachhaltigkeit wie MSCI, Sustainalytics und FTSE Russell, Nachhaltigkeitsindizes und Unternehmensberichte.
5. Wählen Sie ethische Anlagen
Für ethisches Investieren stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten offen:
- Einzelaktien – Legen Sie unmittelbar in Unternehmen an, die Ihren ethischen Kriterien entsprechen. Dieser Weg verlangt gründliche Recherche und sorgfältige Prüfung, damit die Praktiken eines Unternehmens wirklich zu Ihren Werten passen.
- Nachhaltige Fonds – Wählen Sie Investmentfonds oder ETFs, die auf Unternehmen mit guter Bilanz in Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung setzen. Diese Fonds bieten sofort Streuung und professionelle Verwaltung und sind damit für Anleger eine bequeme Möglichkeit.
- Grüne Anleihen – Legen Sie in Anleihen an, die Projekte mit positiver ökologischer oder gesellschaftlicher Wirkung finanzieren. Dazu zählen etwa erneuerbare Energien, saubere Mobilität, bezahlbarer Wohnraum oder Gemeinwesenarbeit.
- Wirkungsorientiertes Investieren – Setzen Sie auf Anlagen, die neben finanziellen Erträgen eine messbare gesellschaftliche oder ökologische Wirkung erzielen sollen. Dieser Weg geht über das bloße Meiden schädlicher Branchen hinaus und sucht gezielt nach Anlagen, die Gutes bewirken.
- P2P-Kredite – Erkunden Sie Kredite zwischen Menschen über Loanch, das Sie unmittelbar mit Kreditnehmern verbindet, die Geld für persönliche oder geschäftliche Zwecke suchen.
Wer Kredite sorgfältig auswählt, kann Menschen und Betriebe unterstützen und dabei eine Rendite erzielen. P2P-Kredite können ein besonders wirkungsvoller Weg sein, um unterversorgte Gemeinschaften zu stärken und finanzielle Teilhabe zu fördern.
6. Behalten Sie Ihre Anlagen im Blick
Ethisches Investieren ist ein fortlaufender Vorgang. Unternehmen verändern sich, und auch Ihre Werte können sich wandeln; dann müssen Sie Ihr Portfolio anpassen. Prüfen Sie Ihre Anlagen regelmäßig und schichten Sie um, damit alles zu Ihren ethischen Grundsätzen passt.
7. Treten Sie mit Unternehmen in Kontakt
Denken Sie an Aktionärsengagement als Weg, das Verhalten von Unternehmen zu beeinflussen. Dazu gehört, über Anträge auf der Hauptversammlung abzustimmen, an solchen Versammlungen teilzunehmen oder über soziale Netzwerke mit der Unternehmensführung ins Gespräch zu kommen und für ethische Praktiken einzutreten.
8. Ziehen Sie fachlichen Rat in Betracht
Wenn Sie neu im ethischen Investieren sind oder sichergehen möchten, dass Ihr Portfolio gut gestreut ist und zu Ihren Werten passt, sollten Sie eine Finanzberaterin hinzuziehen, die sich auf ethische Anlagen versteht.
Beispiele für ethische Anlagemöglichkeiten
Grüne Anleihen
Grüne Anleihen sind Finanzinstrumente, die grüne Projekte finanzieren und Anlegern regelmäßige oder feste Zinszahlungen bringen. Von gewöhnlichen Anleihen unterscheiden sie sich in einem entscheidenden Punkt: Das eingesammelte Geld muss Projekte finanzieren, die der Umwelt nützen. Grüne Anleihen können von Staaten, Organisationen und Unternehmen ausgegeben werden.
Grüne Anleihen sind in den vergangenen 14 Jahren zu einem wichtigen Bindeglied zwischen Anlegern und umweltfreundlichen Projekten sowie nachhaltiger Entwicklung geworden. Erfahren Sie mehr über die grünen Anleihen von @IFC_org. https://t.co/RcRfA28PFO #ClimateExplainer pic.twitter.com/ZhVLwQ0DtQ
— World Bank (@WorldBank) 13. Mai 2024
Fonds für Gemeinwesenentwicklung
Fonds für Gemeinwesenentwicklung sind Finanzinstrumente, die Kapital in Projekte und Betriebe lenken sollen, welche die wirtschaftliche, soziale und ökologische Lage vor Ort verbessern.
Verwaltet werden diese Fonds oft von Finanzinstituten der Gemeinwesenentwicklung; sie können verschiedene Formen annehmen, darunter Gemeinschaftsbanken, Kreditgenossenschaften, Darlehensfonds und Mikrofinanzinstitute. Sie bieten Anlegern einen Weg, Vorhaben vor Ort zu unterstützen und dabei möglicherweise auch eine Rendite zu erzielen.
Anleihen mit gesellschaftlicher Wirkung
Anleihen mit gesellschaftlicher Wirkung sind Finanzinstrumente, die gesellschaftliche Probleme über Partnerschaften von Staat und Privatwirtschaft angehen – Obdachlosigkeit zu verringern und Bildung zu verbessern sind gute Beispiele.
Bei einer solchen Anleihe stellen private Geldgeber im Voraus Mittel für soziale Maßnahmen bereit, die von Trägern erbracht werden, häufig gemeinnützigen Organisationen. Die staatliche Stelle oder der Auftraggeber zahlt die Geldgeber zurück, je nachdem, wie gut das Vorhaben die vereinbarten gesellschaftlichen Ziele erreicht.
Der Gedanke der „Krypto-Anleihen mit gesellschaftlicher Wirkung“ nutzt die Blockchain, um durchschaubare und dezentrale Finanzinstrumente zu schaffen, mit denen Anleger soziale Vorhaben unterstützen und Erträge auf Basis messbarer Wirkung erhalten können.
— Karina Castillo (@kary_co16) 4. Februar 2024
P2P-Kredite als Weg zum ethischen Investieren
Wer ethisch investieren will, sein Geld also an den eigenen Werten ausrichten, findet in Krediten zwischen Menschen – P2P-Krediten – einen überzeugenden Weg. Es geht nicht nur um Erträge, sondern darum, unmittelbar das Leben von Menschen und kleinen Betrieben zu verändern, oft in Gemeinschaften, die klassische Finanzinstitute kaum bedienen.
Kreditnehmer und Gemeinschaften stärken
P2P-Plattformen wie Loanch stellen eine unmittelbare Verbindung zwischen Geldgebern und Kreditnehmern her und schaffen so ein Gefühl von Gemeinschaft und gemeinsamem Anliegen. Ihr Geld liegt nicht in einem Banktresor, es finanziert unmittelbar den Kredit für jemanden, der ihn braucht – sei es eine Betriebsinhaberin, die wachsen möchte, oder eine Person, die Unterstützung für Ausbildung oder Arztkosten sucht.
Wer in P2P-Kredite anlegt, erzielt nicht bloß eine Rendite: Sie befähigen Kreditnehmer, ihre Träume zu verwirklichen, und tragen zum wirtschaftlichen Wachstum vor Ort bei. Ein greifbarer Weg, mit dem eigenen Geld etwas zu bewirken.
Transparenz und Rechenschaft
Eines der Kennzeichen von P2P-Krediten ist ihre Transparenz. Anders als beim klassischen Bankgeschäft, wo der Geldfluss undurchsichtig sein kann, geben P2P-Plattformen in der Regel ausführlich Auskunft über Kreditnehmer und ihre Vorhaben. Sie sehen genau, wohin Ihr Geld fließt, und können die Wirkung Ihrer Anlage verfolgen.
Diese Offenheit stärkt nicht nur Sie als Anlegerin, sie nimmt auch die Kreditgeber für eine verantwortungsvolle Vergabe in die Pflicht. So wächst im Umfeld der P2P-Kredite eine Kultur von Vertrauen und Rechenschaft.
Ihre Anlagen an Ihre Werte anpassen
P2P-Kredite bieten eine besondere Gelegenheit, Anlagen genau an den eigenen ethischen Werten auszurichten. Viele Plattformen erlauben es, die Kreditangebote nach verschiedenen Kriterien zu filtern, etwa:
- Gesellschaftliche Wirkung. Unterstützen Sie gezielt Kredite für Vorhaben mit positiver gesellschaftlicher Wirkung, etwa in Bildung, Gesundheit oder bezahlbarem Wohnraum.
- Ökologische Nachhaltigkeit. Legen Sie in Kredite an, die grüne Vorhaben, Projekte erneuerbarer Energien oder nachhaltige Landwirtschaft finanzieren.
- Von Frauen geführte Betriebe. Stärken Sie Unternehmerinnen, indem Sie gezielt Kredite für Betriebe in Frauenhand unterstützen.
- Unterversorgte Gemeinschaften. Lenken Sie Ihr Geld in Kredite, die Menschen und Betrieben in unterversorgten Gemeinschaften Zugang zu Finanzierung verschaffen. Ein Beispiel sind Loanch und unser Schwerpunkt auf südostasiatischen Ländern wie Sri Lanka, Indonesien und Malaysia.
Zum Schluss – Ihr Weg zum ethischen Investieren beginnt hier
Ethisches Investieren ist längst kein bloßer Trend mehr. Es ist wirklich eine Bewegung hin zu einer bewussteren und verantwortungsvolleren Art, Vermögen aufzubauen. Wer seine Anlagen an seinen Werten ausrichtet, kann in der Welt spürbar etwas bewirken und dabei möglicherweise attraktive Erträge erzielen.
Das Wichtigste in Kürze:
- Bestimmen Sie Ihre Werte – Klären Sie, was Ihnen am wichtigsten ist: ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit oder andere ethische Anliegen.
- Setzen Sie klare Kriterien – Legen Sie konkrete Leitlinien fest, welche Arten von Unternehmen und Branchen Sie unterstützen oder meiden wollen.
- Recherchieren Sie gründlich – Prüfen Sie die Bilanz der Unternehmen in Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung, ihre Vergangenheit und ihr Bekenntnis zu ethischem Handeln.
- Wählen Sie Ihre Anlageformen – Schauen Sie sich Einzelaktien, nachhaltige Fonds, grüne Anleihen, wirkungsorientierte Anlagen und P2P-Kredite an.
- Beobachten und umschichten – Prüfen Sie Ihr Portfolio regelmäßig, damit es zu Ihren Werten und Zielen passt.
Besonders P2P-Kredite bieten die seltene Gelegenheit, Menschen und Betriebe unmittelbar zu unterstützen, finanzielle Teilhabe zu fördern und in Vorhaben anzulegen, die zu Ihren ethischen Werten passen. Mit ihrer Aussicht auf attraktive Erträge können P2P-Kredite für ethisch denkende Anleger ein starkes Werkzeug sein.
Bereit, Ihren Weg zum ethischen Investieren zu beginnen? Loanch bietet eine gut bedienbare Plattform für Anlagen in P2P-Kredite und bringt Gewinn und Grundsätze zusammen. Bauen Sie mit uns an einer gerechteren Zukunft – ein ethisches Portfolio nach dem anderen.

